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04.12.2011 15:46

Persönliche Assistenten der Wirtschaft

TU-Absolventin Monique Pöhnitzsch wagte den Sprung in die Selbstständigkeit und unterstützt dank einer innovativen Idee kurzfristig überlastete Unternehmen


Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Doch gerade in der Vorweihnachtszeit fehlt vielen Unternehmern schlichtweg die Zeit, Weihnachtsgrüße oder die passenden Geschenke für ihre Geschäftspartner und Kunden zu organisieren. Dies ist nur eines der vielen Probleme, die die TU-Absolventin Monique Pöhnitzsch zusammen mit ihren beiden Kollegen, Tobias Hübner und Susanna Riedel, nur zu gern lösen möchte. Im Mai diesen Jahres gründeten die drei die BASS Unternehmensservice GmbH (BASS steht für: Begleitung. Assistenz. Souverän. Sicher.) mit dem Ziel, kleine und mittelständische Betriebe bei solchen Schwierigkeiten zu entlasten. "Wir wollen den Unternehmern vor allem bei zeitlich begrenzt auftretenden Engpässen den Rücken freihalten, damit sie sich voll auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können", sagt Jungunternehmerin Pöhnitzsch und fügt hinzu: "Das erfordert sowohl Persönlichkeit und Herz als auch hohe Flexibilität und Know-how. Genau das macht unsere Arbeit so vielfältig und spannend." So begleiten die drei Neugründer ihre Kunden beispielsweise als persönliche Assistenten zu Geschäftsterminen und Messen, betreuen ausländische Gäste und machen sie mit der Region vertraut, unterstützen den Vertrieb und koordinieren Projekte.

Kennengelernt haben sich die drei späteren Firmenpartner 2009 bei einem Traineeprogramm der Chemnitzer Firma Megware, bei der sie zu Assistenten der Geschäftsführung ausgebildet wurden. "Was wir dort gelernt hatten, wollten wir auch weitermachen, als das Team, was wir geworden waren. Deshalb gründeten wir später unser gemeinsames Unternehmen", sagt Pöhnitzsch. Mittlerweile verzeichnet die noch junge Firma immer größere Erfolge. "Besonders gutes Feedback gibt es von den Unternehmen selbst. Sehr häufig werden wir für unsere innovative Idee gelobt", freut sich Pöhnitzsch. Der Bedarf in der Wirtschaft ist da, sodass das eigene Kundennetzwerk stetig wächst: "Unsere Verbindungen gehen dabei weit über Chemnitz hinaus. Beispielsweise konnten wir auch schon Unternehmer aus Leipzig, Dresden, Frankfurt und Berlin auf unsere Geschäftsidee aufmerksam machen und ihnen helfen."

Doch letztlich reicht eine gute Idee allein nicht aus. So brauchten zu Beginn auch die Helfer erst einmal Hilfe. "Ohne die anfängliche Unterstützung des Gründernetzwerkes SAXEED wäre das alles um einiges schwieriger gewesen. Uns hat man dort vor allem bei den wirtschaftlichen Gesichtspunkten und der Erstellung des Business Planes sehr geholfen", so Pöhnitzsch. Anderen Neugründern empfiehlt sie deshalb, in jedem Fall an der selbst entwickelten Idee festzuhalten und daran zu glauben: "Man darf sich nicht von jedem Gegenwind gleich umpusten lassen, sondern muss für die eigenen Ziele kämpfen." Zudem rät Pöhnitzsch, sich das Risiko unbedingt bewusst zu machen, dem man sich aussetzt. "Schließlich dauert es einige Zeit, bis die Arbeit letztlich Früchte trägt", sagt die Chemnitzer TU-Absolventin.

Geduld in Bezug auf die eigene Arbeit müssen die drei Jungunternehmer derzeit selbst noch unter Beweis stellen. "Unser vorrangiges Ziel für die Zukunft ist es, unser Unternehmen auf stabile Beine zu stellen", stellt die Pöhnitzsch in Aussicht. Derzeit erhalten die BASS-Gründer in Form des Existenzgründerzuschusses noch eine finanzielle Förderung durch die Agentur für Arbeit. Die Beschäftigung studentischer Hilfskräfte oder Praktikanten ist im Moment noch nicht denkbar. "Allerdings besteht die Möglichkeit, zumindest Absolventen aus technischen oder wirtschaftlichen Studiengängen mit technischen Schwerpunkten zu vermitteln. Wir stehen zu diesem Zweck auch im Kontakt mit dem Career Service der TU Chemnitz und leiten Stellenausschreibungen von Unternehmen bei Bedarf weiter", so Pöhnitzsch.

Dass aber manchmal der eigentliche Studienabschluss wenig Hinweise darauf gibt, wie eine spätere Beschäftigung in der Berufspraxis aussieht, beweist Pöhnitzsch am eigenen Beispiel. Schließlich war es nach Abschluss ihres Magisterstudiums in Anglistik/Amerikanistik an der TU Chemnitz noch nicht abzusehen, dass sie später einmal als persönliche Assistentin arbeiten würde. Die heute 33-Jährige erzählt: "Angefangen habe ich als studentische Hilfskraft im Maschinenbau. Später habe ich dann im Institut für Print- und Medientechnik bei Professor Arved Hübler beispielsweise Ausschreibungsrecherchen übernommen, Übersetzungen angefertigt und Konferenzen organisiert." Nach ihrer zweiten Babypause kehrte die junge Mutter jedoch nicht an die Uni zurück, erinnerte sich dennoch gut an den Aufgabenbereich ihrer alten Arbeitsstelle und beschloss: "Ich werde persönliche Assistentin. Und die Wirtschaft braucht mich." Gemeinsam mit ihren beiden Firmenpartnern blickt sie nun optimistisch in die Zukunft.

(Autorin: Ina Huke)

Quelle:
Katharina Thehos

TU Chemnitz Uni aktuell
02.12.2011